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Gekonnte Markenküsse – schön zart, angenehm in der Feuchte und so leise wie der 6er BMW

Starke Marken-Persönlichkeiten sind Freunde fürs Leben. Nach drei Wochen Schrothkur im Allgäu gibt es nichts Schöneres, als sich auf dem Rückweg ins wahre Leben bei Ronald Mc Donald zum Essen einzuladen: der vertraute Duft, das angeknipste Lächeln der Tresenkraft, der erste richtige Bissen in der neuen Freiheit …

Es gibt ganz viel Sicherheit, Geborgenheit und Kontinuität. Das sind die Werte, die eine erfüllte Beziehung ausmachen, zu einem Schnellimbiss wie zu einem Menschen. Warum beim leckeren schnellen Essen Experimente machen, wenn das Gelernte, Geschätzte liegt so nah, ganz ohne Risiko? Was waren wir damals alle Burger-Kings, da bei Mc Donald’s! Heute gehen wir nicht mehr hin, nur manchmal, wenn die Vernunftsgäule mit uns durchgehen und wir dann für eine halbe Stunde wieder der Zündapp-Mofa-fahrende, heimlich hinter der Bushaltestelle rauchende Halbstarke in der Boyco-Jeans und dem S.Oliver-Sweatshirt sind und keiner zuschaut.

In der freundschaftlichen Markenbindung steckt das größte Potenzial. Sie hält gut und gern ein Leben lang, wenn sich die Marke in den Augen ihres Fans nichts Gravierendes zuschulden kommen lässt. Es ist wie im richtigen Leben: Ist der erste Kuss nass und schmatzig, wird es nichts mit Beziehung, sogar Liebe und am liebsten lebenslang. Kommt der frisch promovierte Biologe, den ersten gut dotierten Vertrag in der Tasche, in der abgewetzten Lieblings-Lederjacke ins Autohaus, und begrüßt man ihn dort mit den Worten „Gebrauchte stehen draußen!“, ist das so ein Fall: Diese Nichtbeziehung hält auch ein Leben lang. Nimmt allerdings die Dame am Empfangstresen dieser schönen neuen Welt den jungen Herrn Doktor gefühlt in ihre zarten Arme, bis der gut geschulte Mobilitätsberater mit den Amöben auf der Krawatte und dem Röntgenblick für stabile Umsatzbringer Zeit für ihn findet, und führt der ihn dann die nächsten Jahre, beginnend mit dem Einser über den Dreier und den Fünfer so behutsam wie kompromissfrei an den Sechser heran (der Siebener ist nichts für einen promovierten Biologen), sind die Markenküsse fortwährend schön zart, angenehm in der Feuchte und so leise wie der Sechser in Cruising-Geschwindigkeit. Die Markentreue ist beim Automobil mit am größten. Deshalb beißen sich die Hersteller bei dem Versuch die Zähne aus, Silver Surfer und Forever Youngster (früher hießen sie Senioren) ihre angestammte Automarke auszureden. Von ihnen gibt es immer mehr, von neuen Methoden bei solchen Abwerbeversuchen auch.

Vielversprechender als das Anwerben neuer Kunden ist das Geldverdienen mit bestehenden Kunden. Darum müssen sich alle Beteiligten fortwährend bemühen. Nach der aufgenommenen Kundenbeziehung kommt nämlich die Kundenbindung, und die darf nicht mehr aufhören. Faule Marketingleute wissen das ganz genau, deshalb locken sie manchmal lieber neue Kunden mit coolen Aktionen auf Kosten der Marge anstatt sich um die bestehenden zu kümmern. Aber die neuen sind schnell wieder weg, wenn die Preise wieder anziehen, und vor allem, wenn sie bei ihrer neuen Markenbeziehung Sicherheit, Geborgenheit und Kontinuität vermissen. Man kennt es von Mobilfunk-Tarifen und Festgeld-Angeboten. Da sind auf den Plakaten die kleinen Sternchen-Texte ganz unten viel länger als die großen Aktionstexte ganz oben. Ab drei Dioptrien wird’s undeutlich. Wer in den Kundengründen Dritter wildert, hat bloß Schiss vor der Markenarbeit. Langfristig bringt es nichts außer Mühe, Ärger und verbrannter Erde.

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