Markenpräsentation

Bedeutung: Wie viel Olsen Zwillinge steckt in uns allen?

Wer die Olsen Twins so anschaut, denkt sich gern, dass ihm geschätzt 325 Millionen Dollar auch ganz gut stünden. Soviel hat Mary-Kate genauso wie Ashley auf der Seite. Gemeinsam machen sie zwei Milliarden Dollar Jahresumsatz. Das alles nur, weil ihre Mutter sie im Alter von neun Monaten erfolgreich beim Casting für die Fernsehserie „Full House“ vorstellte.

Mary-Kate und Ashley schauspielern heute, entwerfen und produzieren Mode, sind ständig in der Knallpresse. Echte Marken, rundherum markenrechtlich geschützt, damit Nachahmer ihres Erfolgs vor der Tür bleiben und bestmöglich abgemahnt werden können, sollten sie es doch versuchen.

Mit dem eigenen Körper reich werden, klingt verführerisch: im Fernsehen herumtollen, im Kino herumalbern, eine Menge Blitzlicht, und obendrauf mit schnellem Strich preiswerte Raushauware für J.C. Penney entwerfen; das ist in Amerika sowas wie in Deutschland C&A. All das reicht schon für einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood.

Viele Menschen stellen sich zur Schau, weil sie gern bewundert und gelobt werden. Wenn aus TV und Hollywood nichts wird, haben sie ihren großen Auftritt im Konferenzraum, in der Bahn und im Flugzeug, im Frühstücksraum des Hotels, auf Kongressen und Konferenzen, im Vorstand von Partei, Golfclub und der Krabbelgruppe „Friedrichshainer Rotznasen“. Damit sie überall gut rüberkommen, gehen sie zum Botoxen, kaufen sich lieber schöne Kleidung bei Boss oder Marc O‘Polo als trutschige bei C&A und buchen Körpersprache- und Rhetorikkurse.

Voll normal in einer Welt, in der es keine zweite Chance gibt für den ersten Eindruck; und in der die Überlegung, ob man überhaupt so sein will wie die Olsens, nur ganz anders, erst dann angestellt wird, wenn der Zustand aus Versehen schon eingetreten ist. Nicht unbedingt das mit den 325 Millionen, aber das mit dem ewigen Anzetteln, hier und dort unterwegs sein, dieses tun und jenes bleiben lassen. Das gibt es überall, einige Nummern kleiner. In jedem Unternehmen und jedem Sportverein, in jeder großen Stadt und jedem Dorf zetteln die, die jeder kennt, vieles an und sind quirlig unterwegs. Sie werden begafft und bewundernd gehasst; und es wird getuschelt. Was genau? Die einen sagen so, die anderen so. Auch die starke Menschenmarke ist das, was man hinter ihrem Rücken über sie erzählt.

Alles hat seinen Preis, und der Preis, den man zahlt, wenn man zwar kein Star in seinem Metier und auf seinen Bühnen ist, aber immerhin ein Sternchen, ist schnell hoch bis zu hoch. Je nachdem wer und wie der Mensch wirklich ist, wonach er wirklich strebt und wie er Reichtum definiert: Reich ist, wer sagt, jetzt reicht‘s. Wer es so sieht, erspart sich viel Hatz und hat mehr Muße für den Müßiggang, wie er ihn definiert. Am besten ist es, wenn er das für sich erkennt, bevor er loslegt mit dem Leben. Dann tritt der Zustand umso eher ein, dass man lebt und nicht gelebt wird. „Es kommt drauf an, was man draus macht“, hieß einmal der Slogan der deutschen Betonindustrie. Beton an sich ist Zement, kleine Steinchen und Wasser, und das Image dieses im Grunde langweiligen Baustoffs war bescheiden. Wenn man aber die wunderschönen Hängebrücken, preisgekrönten Architektenhäuser und kühn geschwungenen Hallendächer vor stahlblauem Himmel mit den glücklichen Menschen in den großformatigen Werbeanzeigen sah, bekam man einen Eindruck davon, was Beton kann. Man träumte sich hinein in diese schönen Welten, und plötzlich war der Eindruck von Beton ziemlich positiv.

Der Mensch an sich ist Haut und Knochen, Intellekt und Gefühl. Es kommt bei ihm auch drauf an, was er draus macht, und wie kühn, phantastisch, vorbildhaft, nachahmenswert das ist. Und ob er dadurch auch diese so begehrenswerte Wesentlichkeit besitzt, die nur derjenige ihm zuschreiben kann, der ihn erlebt – er selbst sich aber nicht.

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