Storytelling Beispiel

Marken erzählen die schönsten Geschichten

Nach der ausführlichen samstäglichen „Deutschen Runde“(Wagenwäsche, Getränkeshop, Baumarkt, Supermarkt …) geht es nach dem ausgiebigen Besuch bei Hornbach zur „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin“, also zur E.d.K. Da lieben sie Lebensmittel. Wenn es allerdings, auch mit Umweg, ums Verrecken keinen Edeka gibt, geht es in der Not auch mal zu Rewe. In der Supermarktbranche tut sich einiges. Die Leute vom Tengelmann schleckern schon, so eng und dunkel ist es in ihren Ladenlokalen. Da bleibt man mit dem Wägelchen an den Mildessa-Dosen mit dem Sauerkraut von Hengstenberg hängen, wenn man ums Eck zum Toilettenpapier von Tempo will. Und die Umweltschutzschildkröte und der Umweltschutzfrosch, die auf den Stoffbeuteln miteinander knutschen, sind auch totally yesterday. Man will doch begeistert, angeregt, erobert werden!

Wir shoppen die Bruzzzler für heute Abend, die Griller mit dem genialen Namen von Wiesenhof: „Deutsche Qualität aus Geflügel, Pute oder Truthahn zum Grillen und fürs BBQ. Als Minis, extra würzig, mit Schottenpfeffer oder original.“ Klingt 1a auf der Website, ist aber schlimm, wenn man die Backstage-Reportagen über Wiesenhof im Qualitätsfernsehen schaut. Wieso, sagen die Bruzzzler-Freunde, da steht doch unser Titan davor und dahinter! Oliver Kahn besorgt die Werbung, („Mann, is‘ das ‘ne Wurst!“), sogar mit Originalunterschrift. Und vorher war Dieter Bohlen dran („Jetzt grill ich!“). Diese beiden Sympathieträger, extrem starke menschliche Marken, haben aus einem echten Low-Interest-Produkt (eine Wurst ist eine Wurst ist eine Wurst, und die kam sonst immer vom Metzger) ein echtes High-Impact-Impulsprodukt im Kühlregal gemacht. Damit dürfen wir heimkommen, das finden die Kegelbrüder toll, wenn sie nach der Sportschau zum Brutzeln kommen. Olli und Dieter sind schließlich auch toll, und dann betten sie die Bratwurst aus – Geflügel (noch nicht mal aus Schwein, wenn sie das wüssten…) liebevoll auf den Weber-Premiumgrill. Der gibt, wie jede starke Marke, auch Orientierung, unter all den anderen Grills bei Hornbach im Regal. Er gibt auch die Sicherheit, sich im Rahmen dieses schönsten Hobbys für ein Qualitätsgerät entschieden zu haben. Und dass man sich vor den anderen Männern nicht blamiert: Mann, is‘ das’n Grill!

Fehlt noch der Sprit: Veltins darf es sein oder auch Bitburger oder König Pilsener. Oder Krombacher, diese „Perle der Natur“, wo die Kamera seit 100 Jahren in der Abendsonne über den Edersee fliegt, und im Wasser ist eine klitzekleine Insel, und da ist ein großer, schöner Baum drauf. Das sind alles Marken, die ganz viel Werbung im Fernsehen machen; deshalb heißen sie bei den Markenleuten „Fernsehbiere“. Die Firmen stecken sehr viel Geld in die Markenpflege. So sorgen sie dafür, dass sich der Mann, der von den Mittrinkern mit der Bierbesorgung beauftragt wird, nicht mit einer Schachtel Oettinger für zwischen vier und sieben Euro an den Biertisch traut. Dabei ist Oettinger auch nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut, nämlich aus Hopfen, Malz, Hefe und Waser. Und es ist das meistgetrunkene Bier in Deutschland, nur kein Bier aus dem Fernsehen. Man genießt es lieber vor dem Fernseher, alleine, wenn RTL2 läuft. Oder in der Runde zu späterer Stunde: Wenn die ersten Kisten Fernsehbier geleert und alle schon hacke sind, ist auch wurscht, und der Hausherr zerrt das billige Oettinger in der Garage ganz hinten hinter dem Stapel Winterreifen raus … Und er freut sich: Sieben Euro gespart pro Kiste!

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